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Renault Arkana im Test: SUV-Coupé mit 1.3 TCe (140 PS) als R.S. Line

Roter Renault Arkana-140 SUV in modernem Showroom mit Spiegelwänden und Beleuchtung bei Nacht.

Dass der Renault Arkana dem Begriff „SUV-Coupé“ wohl am nächsten kommt, steht außer Frage. Das Konzept wurde 2007 vom übergeordneten (und deutlich teureren …) Vorbild BMW X6 angestoßen – und Renault präsentiert die Linien seines jüngsten Modells entsprechend selbstbewusst.

Bisher waren es vor allem Premiumhersteller, die diese Formel verfolgt haben. Beim Arkana sprechen jedoch Preis und Abmessungen dafür, dass Renault die Idee „SUV-Coupé“ für deutlich mehr Käuferinnen und Käufer erreichbar machen kann.

Ganz ohne Konkurrenz ist das nicht: In diesem Umfeld gibt es bereits einen möglichen Gegenspieler, der der Rezeptur der Franzosen nahekommt. Der Toyota C-HR setzt ebenfalls auf coupéhafte Einflüsse im Design und tarnt sogar die Griffe der hinteren Türen, damit man auf den ersten Blick nicht „sieht“, dass es ein Fünftürer ist.

Anders als der C-HR ist der Renault Arkana nicht ausschließlich als Hybrid erhältlich. Zwar gibt es auch hier den E-Tech Hybrid – den Guilherme Costa bereits für unseren YouTube-Kanal gefahren ist (unbedingt das Video anschauen oder erneut ansehen).

Beim hier getesteten Arkana sieht die Elektrifizierung dagegen deutlich bescheidener aus: Der bekannte 1.3 TCe mit 140 PS ist ausschließlich mit dem 7-Gang-EDC (Doppelkupplungsgetriebe) kombinierbar, und die Hybridisierung beschränkt sich auf ein 12-V-Mildhybrid-System. Dieses unterstützt beim Anfahren und kann bei kräftigerem Beschleunigen sogar zusätzliche 20 Nm Drehmoment beisteuern.

Beeinträchtigt der Stil die Alltagstauglichkeit?

Bei Fahrzeugen, in denen Optik und Auftritt klar im Vordergrund stehen, rutschen praktische Aspekte oft in den Hintergrund. Beim Arkana fallen die Kompromisse glücklicherweise nicht besonders groß aus.

Abgesehen von der mäßigen Sicht nach hinten – die Heckscheibe ist klein, die hinteren Säulen sind breit – sind Zugang zur zweiten Sitzreihe und das Platzangebot dort absolut ordentlich. Richtig heraus sticht jedoch der Kofferraum: 513 l Volumen, also sogar mehr als die 472 l im Kadjar, dem anderen SUV der Marke in diesem Segment. Allerdings kann das flacher auslaufende Heck des Arkana beim Transport höherer Gegenstände im Weg sein.

Ebenfalls positiv im Fond: Die Seitenfenster sind hoch genug, um problemlos nach draußen schauen zu können. Das ist heute keineswegs selbstverständlich – selbst bei Modellen, die eigentlich für Familien gedacht sind und dann oft nur noch „Fensterchen“ bieten.

Dass der Renault Arkana so großzügig ausfällt, liegt an der gestreckten CMF-B-Plattform – derselben Basis wie beim Clio und, wichtiger noch, beim Captur.

Im Vergleich zum Captur legt der Arkana um 8 cm beim Radstand zu (insgesamt 2,72 m). Auffälliger sind allerdings die zusätzlichen 34 cm in der Länge (4,568 m) – spätestens nachdem ich ihn zum ersten Mal einparken wollte, war klar: Er wirkt groß, ist aber noch größer, als man erwartet.

Außen eigenständig, innen sehr vertraut

Optisch hebt sich der Renault Arkana außen relativ leicht von anderen Renault-Modellen ab – im Innenraum gilt das Gegenteil: Dort ist er dem Captur nahezu zum Verwechseln ähnlich. Unterschiede sind vorhanden, bleiben aber subtil. Die zentralen Elemente des Armaturenbretts und die gesamte Gestaltung – Kombiinstrument, Infotainment, Klimabedienung und Lüftungsdüsen – sind identisch. Bei einem ersten Eindruck würden die meisten beide kaum auseinanderhalten.

Trotzdem ist das Ambiente angenehm, und die Anmutung wirkt ausreichend robust. Viele der häufig berührten Oberflächen sehen gut aus und fühlen sich wertig an. Der vertikale Infotainment-Bildschirm und die Klimabedieneinheit, die man aus anderen Renault- und Dacia-Modellen kennt, gehören zudem zu den einfachsten und intuitivsten Lösungen in der Bedienung.

Bei der Verarbeitung ist eine Entwicklung in die richtige Richtung spürbar, was die Solidität angeht. Auf schlechten Straßen – vor allem auf Kopfsteinpflaster – meldet sich der Innenraum aber weiterhin mit einigen Knarz- und Poltergeräuschen, besonders aus dem Bereich der Türen.

Mehr Kontrolle und Präzision

Auch das Fahrwerk zeigt auf schlechtem Belag eine Besonderheit: Dieser Arkana federt straffer ab, als man es von Renault häufig gewohnt ist. Unbequem ist er deswegen keineswegs – im Gegenteil –, doch im direkten Vergleich zu anderen Modellen der Marke werden Unebenheiten, gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten, deutlicher an die Insassen weitergegeben.

Dafür gewinnt man an fahrdynamischer Klarheit. Sobald das Tempo steigt, wirkt die Federung nicht nur so, als würde sie viele Unebenheiten besser wegfiltern als beim „Schneckentempo“, sie kontrolliert auch die Aufbaubewegungen spürbar souveräner – besser als etwa beim Captur, von dem er abstammt, und ebenfalls (deutlich) besser als beim Kadjar.

Ein Kurvenräuber ist er nicht, aber es war eine positive Überraschung, diese dynamischere Seite des Arkana zu entdecken: Er animiert tatsächlich dazu, auch kurvige Strecken zu fahren. Dann zeigt er sich präzise und effizient, im Grenzbereich mit neutralen Reaktionen. Und: Er gehört zu den wenigen Modellen, bei denen der Sportmodus die Fahrt wirklich verbessert. Die Lenkung wird schwerer (ohne übertrieben zu wirken), was der Genauigkeit hilft – in den anderen Modi ist sie zu leicht. Gleichzeitig spricht das Gaspedal direkter an. Pluspunkte gibt es außerdem für das Bremspedalgefühl, das bei ambitionierter Fahrweise Vertrauen schafft.

Raus aus den Kurven, Richtung Horizont: Die Hochgeschwindigkeitsstabilität dieses SUV mit 200 mm Bodenfreiheit ist ebenfalls überzeugend. Weniger begeistert hat die Geräuschdämmung, weil bei Autobahntempo zu starke Windgeräusche auftreten (konzentriert irgendwo vor der Windschutzscheibe).

An Leistung mangelt es nicht

Ob sportlicher gefahren, auf der Autobahn oder an der besonders steilen Steigung: Der 1.3 TCe mit 140 PS sorgt dafür, dass es dem Arkana nie an „Luft“ fehlt.

Die Kombination mit dem 7-Gang-EDC (Doppelkupplung) hinterließ hingegen keinen bleibend positiven Eindruck.

Zwar schaltet es insgesamt weich (wenn auch mit einer Tendenz zur Langsamkeit), doch es zeigte sich oft zögerlich beim Zurückschalten, wenn ich nur ein kleines Plus an Motorleistung abrufen wollte – selbst ohne Eile. Erst bei stärkerem Pedaldruck „verstand“ es, was ich verlangte; dann folgten eine ruppigere Reduktion und ein kräftigerer Beschleunigungseinsatz, als in diesem Moment gewünscht.

Da dieses Modell praktisch fast nur vom Verbrenner angetrieben wird, mussten die Verbräuche zudem spürbar höher ausfallen als jene, die Guilherme im Arkana E-Tech Hybrid erreicht hat – dort waren problemlos Durchschnittswerte unter fünf Litern drin, wie es auch die offiziellen Zahlen versprechen.

Trotzdem lässt sich mit diesem Arkana 1.3 TCe mit 140 PS bei moderatem Tempo (90 km/h) ebenfalls unter fünf Litern pro 100 km fahren. Auf der Autobahn landet man bei 6,8 l/100 km. In der Stadt bewegen sich die Werte um die acht Liter. Das sind ordentliche Resultate, im Rahmen dessen, was vergleichbare Motoren anderer Marken liefern.

Ist das das richtige Auto für mich?

Der Renault Arkana hat etliche Argumente auf seiner Seite und reduziert sich keineswegs nur auf den „modischen“ Auftritt – nebenbei: Er bekam mehr positive als negative Kommentare, auch wenn „SUV-Coupé“ bei traditionelleren Autofans weiterhin ein polarisierendes Thema bleibt. Er bietet eine Alternative zu klassischen SUV und Crossover, mit dynamischerem/sportlicherem Zuschnitt, ohne die praktischen Qualitäten ernsthaft zu opfern.

Hinzu kommt: In dieser Ausführung als R.S. Line, also einer der höheren Spezifikationen, fällt die Serienausstattung sehr umfangreich aus.

Das gilt sowohl bei Komfortdetails (etwa elektrische und beheizte Sitze) als auch bei den Fahrassistenten. So bringt der Arkana zum Beispiel adaptiven Tempomat mit und parkt (fast) selbstständig ein. Funktionen, die bei vielen Premiumangeboten teuer optional sind – und die dort oft in einem oder zwei Segmenten darüber verortet werden.

Preislich liegt er deutlich günstiger als die „SUV-Coupé“, die man bislang kennt, was wenig überrascht: Die anderen sind durchweg Premiumangebote. Und da es kaum direkte Gegenspieler aus dem Volumensegment gibt – mir fällt erneut nur der Toyota C-HR ein, der ausschließlich als Hybrid angeboten wird –, hat der Renault Arkana das Potenzial, das „SUV-Coupé“-Konzept so weit wie möglich zu demokratisieren.

Auf der anderen Seite kann man die aufgerufenen 36 200 Euro (37 800 Euro mit den Optionen des Testwagens) ebenfalls als eher hoch ansehen – nicht zuletzt, weil die Nähe zum Captur, vor allem im Innenraum, sehr offensichtlich ist. Der Aufpreis ist letztlich der Gegenwert für mehr Platz und vor allem für die deutlich eigenständigere Linie.


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