Bumms pro Gramm: eine Kennzahl, die künftig zählt
„Bumms pro Gramm“ ist aktuell noch keine wirklich etablierte Grösse in der Autowelt – doch in den kommenden Jahren könnte genau das zu einer der entscheidenden Messlatten werden. Gemeint ist schlicht die Frage: Wie viel Leistung in bhp steht jedem Gramm CO2 gegenüber, das ein Auto ausstösst?
Rechenbeispiele: Toyota Prius, Vauxhall VXR8 und Porsche Panamera Hybrid
Ein paar schnelle Vergleiche zeigen, wie das funktioniert. Ein Toyota Prius kommt auf 98bhp bei 89g/km CO2. Unterm Strich ergibt das 1.1 Bumms pro Gramm. Der Vauxhall VXR8, den wir im letzten Monat gefahren sind, spuckt zwar 425bhp aus, bläst aber auch satte 320g CO2 pro Kilometer in die Luft – macht 1.33bpg.
Und der neue Panamera Hybrid? Der setzt mit 2.35 Bumms pro Gramm eine neue Bestmarke. Sein 45bhp-Elektromotor arbeitet gemeinsam mit dem 329bhp starken V6; so entsteht beim saubersten Porsche aller Zeiten eine maximale Systemleistung von 374bhp – bei nur 159g/km CO2. Das bedeutet eine Steuerscheibe für £155 … und das in einem 168mph (ca. 270 km/h) schnellen GT, dem schnellsten Hybrid, den es bislang gab.
Natürlich gilt: Wenn der Panamera gerade die vollen 374bhp abruft, wird er nicht gleichzeitig bei 159g/km CO2 liegen. Aber darum geht es kaum. Hier wird ein Spiel mit dem Fiskus gespielt – und der Panamera spielt es ausgesprochen geschickt.
Hybridamera-Technik: E-Modus, „segeln“ und das Zusammenspiel
Der „Hybridamera“ setzt im Kern auf das gleiche Konzept wie der Cayenne Hybrid aus dem letzten Jahr. Rein elektrisch fährt er bis 53mph (ca. 85 km/h), ausserdem kann der Verbrenner abgeschaltet werden, um bei bis zu 103mph (ca. 166 km/h) zu „segeln“, oder Benzin- und Elektroantrieb arbeiten parallel.
Der entscheidende Unterschied: Im Gegensatz zum Cayenne funktioniert das Ganze im Panamera tatsächlich.
Fahrgefühl und Abstimmung: unauffällig – mit kleinen Ausnahmen
Im grossen SUV standen Gaspedal- oder Bremseinsatz oft in kaum nachvollziehbarer Beziehung dazu, ob das Auto nun beschleunigte oder verzögerte. Beim Panamera sorgen dagegen ein paar Änderungen an der Hardware und vor allem eine umfassende Software-Überarbeitung dafür, dass das Hybridsystem seine Arbeit erstaunlich unauffällig erledigt.
Ja, ja: Ein-, zweimal hielt das KERS-System die Bremsen einen Moment zu lange fest. Und gelegentlich brauchte das Hybrid-Gehirn beim spontanen Leistungsabruf ein paar Millisekunden zu viel, um die komplette Power zusammenzutragen und freizugeben. Doch in der überwältigenden Mehrzahl der Situationen arbeitet das System absolut sauber.
Räder, Verbrauchswert und Markt: 19-Zoll-Pflicht und unterschiedliche Logik
Wichtig zu wissen: Die 159g/km erreichst du nur, wenn du die 19-Zoll-Räder bestellst – sie bieten offenbar einen geringeren Rollwiderstand als die 18-Zöller. Merkwürdig, oder? Schade ist das deshalb, weil die kleineren Räder komfortabler abrollen. Trotzdem trifft der Panamera insgesamt eine beeindruckende Mitte aus Kurventalent und Langstrecken-Qualitäten; selbst das Zusatzgewicht des 70kg schweren Nickelhydrid-Batteriepakets unter der Hinterachse lässt sich praktisch nicht herausfahren.
In Grossbritannien wird er dennoch selten bleiben, weil der günstigere Diesel für alle mit Blick auf die Spritrechnung meist plausibler ist. In Ländern mit deutlich stärkeren Steuervergünstigungen für Hybride – etwa den USA – hat er hingegen beste Chancen: als seltene Spezies eines Hybrids, der eine echte Verbesserung darstellt und kein Kompromiss ist. Gramm erfolgreich „gebummst“.
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