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Volkswagen Tiguan: Facelift im Test

Blauer Volkswagen SUV fährt auf einer Straße mit bergiger Landschaft im Hintergrund bei Sonnenschein.

Volkswagen bezeichnet den Tiguan im Vereinigten Königreich als eine seiner „four pillars“ – gleichauf mit Golf, Polo und Passat. Trotzdem geht er im öffentlichen Bewusstsein erstaunlich oft unter. Im Vergleich zum allgegenwärtigen Land Rover Freelander ist die Wahrnehmung des Tiguan auffallend gering, vielleicht weil ihm etwas Unauffälliges anhaftet, das selbst dieses Facelift zur Lebensmitte nur schwer überdecken kann.

Allerdings setzt das voraus, dass hier überhaupt etwas „korrigiert“ werden müsste. Volkswagen verweist darauf, dass seit dem Start vor vier Jahren 27.000 Tiguan auf der Insel verkauft wurden. Es gibt also offenkundig genug Käufer, für die das scheinbar widersprüchliche Konzept eines zurückhaltenden SUV genau passt.

Facelift für den Volkswagen Tiguan: Design mit mehr Schärfe

Beim Tiguan Teil II springt zunächst ins Auge, dass er optisch an die übrige VW-Palette herangeführt wurde – und davon klar profitiert. Der Kühlergrill wirkt kantiger und zeitgemässer, auch die Rückleuchten sind neu gezeichnet. Heraus kommt ein hochwertiger Auftritt, der weiterhin eher leise als laut auftritt, sich aber geschickt auf Linie mit den aktuellen Konkurrenten bringt.

Technik-Update unter dem Blech

Wie beim äusseren Feinschliff fallen auch die Änderungen unter der Karosserie überschaubar aus – wirken aber dennoch sinnvoll. Neu im Programm stehen zwei zusätzliche TSI-Benziner sowie ein weiterer Diesel. Damit gibt es nun vier Benziner und drei Diesel zur Auswahl, alle laut Volkswagen mit verbesserter Dämmung gegen Geräusche.

Diesel als Hauptdarsteller, DSG als Versuchung

Trotz der neuen Benziner dürfte hier der Diesel die Masse machen – an der Spitze der 170bhp starke 2,0-Liter TDI. Unter Last klingt er, trotz besserer Schalldämmung, weiterhin recht rau. Weil man ihn zudem häufig durch die Gänge arbeiten muss, wird die teure Doppelkupplungs-DSG-Option ausgesprochen verlockend.

Fahrdynamisch tritt der Tiguan souverän auf und lässt Gewicht sowie hohen Schwerpunkt weniger spürbar werden, als man erwartet. Ein Golf ist er natürlich nicht, doch gegenüber grösseren SUV wirkt er deutlich weniger behäbig – und lässt sich auf schmalen Landstrassen einfacher und sauberer platzieren.

Zwei Varianten: Frontantrieb oder 4Motion mit Escape-Paket

Auch die zweite Tiguan-Generation wird wieder in zwei Grundausprägungen angeboten: einmal als Fronttriebler mit klarer Strassenorientierung, und einmal als 4Motion-Allradler, der – sofern man das wirklich braucht – mehr Gewicht auf Geländeeinsatz legt.

Der Böschungswinkel vorn steigt von 18° auf 28°. Beim top positionierten Escape-Modell kommt zusätzlich ein Paket dazu, das einen Offroad-Modus umfasst, inklusive Funktionen wie Bergabfahrhilfe, Gangvorwahl beim DSG und „ABS plus“, um auf losem Untergrund besser verzögern zu können. Das klingt so beeindruckend, wie es überflüssig wirkt. Denn am Ende bleibt es ein Tiguan: In Grossbritannien wird der kaum ins Gelände müssen – es sei denn, jemand nickt am Steuer ein. Und so wie die Dinge liegen, wäre selbst das nicht völlig ausgeschlossen.

Unterm Strich bleibt der Tiguan ein sehr angenehmes Auto, das dennoch selten Fantasie oder Begehrlichkeit weckt: nicht so begehrenswert wie ein Freelander und auch nicht so überzeugend wie ein VW Golf Variant.

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