Die Aussicht auf Elektroautos, die genauso günstig oder sogar günstiger sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, rückt näher: CATL hat die weltweit erste in Serie produzierte Natrium-Ionen-Batterie vorgestellt.
CATL beim Super Tech Day: Naxtra, Freevoy Dual-Power und Shenxing
Die neue Batterie trägt den Namen Naxtra und war eine von drei Ankündigungen, die der chinesische Batterie-Gigant CATL auf seinem Event Super Tech Day präsentierte. Neben der Natrium-Ionen-Batterie zeigte das Unternehmen zwei weitere Akkus: Freevoy Dual-Power (eine Art „Batterie in der Batterie“) sowie Shenxing, die ultraschnelles Laden ermöglichen soll.
CATL positioniert die eigene Natrium-Ionen-Technologie als ernstzunehmende Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien – insbesondere zu Zellen mit LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat). Nach Darstellung des Herstellers wurden viele der bisherigen Einschränkungen dieses Batterietyps deutlich reduziert oder ganz ausgeräumt.
Natrium-Ionen-Batterien im Vergleich zu LFP und NMC: Technik und Kosten
Natrium-Batterien sind nicht neu: Es gibt sie bereits seit den 1990er-Jahren. Trotz bekannter Vorteile wie niedrigere Kosten, hohe Sicherheit und der Verzicht auf seltene Materialien haben sie sich bislang nur begrenzt durchgesetzt – vor allem wegen der geringeren Energiedichte (unterhalb von LFP) und einer niedrigeren Zahl an Ladezyklen.
Genau hier setzt CATL mit der Naxtra an: Die Batterie kommt laut Unternehmen auf eine Energiedichte von 175 Wh/kg und erreicht mehr als 10.000 Ladezyklen. Damit liegen die Werte – entsprechend Energiedichte und Zyklenfestigkeit – auf einem Niveau, das bei LFP-Zellen als Referenz gilt, beziehungsweise darüber. Diese Eckdaten sollen Natrium-Ionen-Batterien für künftige Elektroauto-Modelle praktikabel machen.
Dass LFP in den vergangenen Jahren stark zugelegt hat, ist maßgeblich durch die chinesische Autoindustrie getrieben – und nachvollziehbar: LFP-Batterien sind 20% bis 30% günstiger als Lithium-Ionen-Batterien mit NMC-Chemie. Natrium-Batterien könnten dank reichlich vorhandener und preiswerter Materialien sogar 10% bis 20% günstiger sein als LFP.
CATL argumentiert zudem, dass die Technologie die Abhängigkeit von Lithium senken könne und damit „die Nutzung von Energie von ‚Abhängigkeit von einer einzigen Ressource‘ hin zu ‚Energiefreiheit‘“ verschiebe.
Kälte- und Brandsicherheit: Naxtra Natrium-Ionen-Batterie im Extrembereich
Die Vorteile der Natrium-Ionen-Batterie beschränken sich nach CATL nicht auf den Preis. Besonders betont wird die Leistungsfähigkeit bei sehr niedrigen Temperaturen: Bei -40 °C sollen 90% der nutzbaren Energie erhalten bleiben. Selbst bei nur 10% Ladezustand soll die Batterie auch unter extremer Kälte weiter funktionieren, ohne nennenswerte Leistungseinbußen.
Der Verzicht auf Lithium soll außerdem Sicherheitsvorteile bringen. Brände bei Lithium-Ionen-Batterien gelten als besonders heftig und schwer zu löschen – bei der Naxtra, so CATL, sei das kein Problem in dieser Form. Brandfördernde Faktoren auf Materialebene seien eliminiert worden; das Unternehmen spricht davon, von einer „passiven Verteidigung“ zu „intrinsischer Sicherheit“ gewechselt zu sein.
Abschied von Blei: Naxtra 24V für Start-Stopp in Lkw
Neben der Naxtra für Elektroautos präsentierte CATL auch eine deutlich kleinere Variante für Nutzfahrzeuge: Naxtra 24V Heavy-Duty Truck Integrated Start-Stop. Sie ist speziell für Lkw gedacht und soll die klassische Blei-Säure-Batterie ersetzen.
CATL nennt dazu mehrere Vorteile: eine Lebensdauer von acht Jahren, 61% niedrigere Kosten über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu Blei-Säure-Akkus sowie verlässliche Starts selbst bei extremer Kälte (-40 °C). Nach Angaben des Herstellers soll sogar ein Motor, dessen Fahrzeug ein Jahr gestanden hat, mit der Natrium-Batterie beim ersten Versuch anspringen.
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