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Peugeot 3008 HYbrid4: Warum der Diesel-Hybrid plötzlich Sinn ergibt

Silberner Peugeot SUV fährt auf kurviger Landstraße umgeben von grünem Wald bei Sonnenschein.

Warum es kaum Diesel-Hybride gibt

Hybride klingen zunächst nach einer guten Idee – nur arbeiten sie meist mit Benzinmotoren, während allgemein bekannt ist, dass Dieselmotoren effizienter sind. Weshalb sieht man also so selten Diesel-Hybride? Der Grund ist schnell erklärt: Dieselmotoren sind teuer, und Hybridsysteme ebenfalls. Ein Diesel-Hybrid treibt die Kosten damit gewissermassen im Quadrat nach oben.

So funktioniert Peugeots HYbrid4 im Peugeot 3008 (Diesel-Hybrid mit Allrad)

Peugeot glaubt jedoch, einen cleveren Weg gefunden zu haben, das Ganze einfacher und günstiger zu machen. Anstatt auf komplexe Getriebe, Kupplungen und aufwendige Kraftverteilungen zu setzen, nutzt Peugeots HYbrid4 etwas Simples – und kostenloses – um die Kräfte beider Antriebe zu „verbinden“: die Strasse.

Vorn arbeitet ein unkomplizierter 2,0-Liter-Dieselmotor mit 163 bhp zusammen mit einem automatisierten Getriebe mit Kupplung und treibt die Vorderräder an. Hinten übernehmen Elektromotor und Batterie den Antrieb der Hinterachse.

Für Käuferinnen und Käufer, die den Aufpreis (voraussichtlich etwa 2.000 britische Pfund) bezahlen, bedeutet das nicht nur weniger Verbrauch. Praktisch bekommen sie zusätzlich Allradantrieb. Genau deshalb wird das System zuerst im 3008 Crossover eingeführt – ein Modell, das bis zum Hybridstart zwar als SUV auftritt, aber bisher ohne Allradoption auskommen muss. Das ist ein bisschen wie Bungeespringen ohne das elastische Seil.

Modulares Konzept: Platzbedarf und Einsatz in weiteren Modellen

Ein weiterer Pluspunkt dieses modularen Aufbaus: Er lässt sich grundsätzlich in jedes Fahrzeug integrieren, das unter dem Kofferraumboden genügend Platz für den Elektromotor hat – ungefähr in der Grösse einer Wassermelone. Die Batterie sitzt dort, wo sonst das Reserverad untergebracht ist. Damit dürfte es nicht lange dauern, bis die meisten mittelgrossen bis grossen Peugeot- und Citroën-Modelle als Option ebenfalls diesen Hybridantrieb erhalten.

Erste Fahrt im Prototyp: Schaltkomfort, E-Unterstützung und „Sport“-Modus

Der 3008 HYbrid4 kommt zwar erst in 18 Monaten in den Handel, dennoch konnte ich bereits einen Prototyp fahren. Die Hardware entspricht schon dem späteren Konzept, bei der Software ist aber noch Entwicklungsarbeit nötig, um die Übergänge zu glätten, wenn die beiden Antriebe zu- oder abgeschaltet werden. Für ein frühes Versuchsträger-Fahrzeug fährt sich das Paket bereits angenehm.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Das halbautomatische Getriebe ist die Variante mit nur einer Kupplung – also genau die Bauart, die beim Gangwechsel diese extrem nervige Denkpause erzeugt. Im HYbrid4 fällt das weniger ins Gewicht, weil der hintere Elektromotor einspringt und die Lücken füllt.

Im zähen Stadtverkehr wiederum kann der Diesel bis zu ein paar Meilen lang stumm bleiben, während der E-Antrieb allein übernimmt. Und wenn man den Modus „sport“ wählt, unterstützt der Elektromotor den Diesel bei jedem Beschleunigen.

CO₂-Werte und Vergleichsrechnung: 109 g/km statt 190 g/km

Peugeot beziffert den 3008 HYbrid4 mit 109 g/km – ein Wert, der für sich genommen bereits stark ist und klar unter dem liegt, was andere reine Diesel-Mini-Crossover schaffen.

Ein Peugeot-Ingenieur hat mir ausserdem eine schnelle Überschlagsrechnung gemacht, die das Konzept noch raffinierter wirken lässt: Seiner Einschätzung nach bräuchte ein 3008 einen 2.2HDI, um die Leistung des HYbrid4 zu erreichen, dazu eine Wandlerautomatik, um eine vergleichbare Laufruhe hinzubekommen, und zusätzlich einen klassischen Allradantrieb (der natürlich gar nicht angeboten wird). Mit diesen Zutaten wäre das resultierende Fahrzeug nahezu so teuer und schwer wie der HYbrid4. Und, so seine Rechnung, dieses hypothetische Modell käme auf 190 g/km – im direkten Vergleich zu den 109 g/km des HYbrid4.

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