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Die United States Air Force (USAF) beabsichtigt, ihre Flotte der Tarnkappenbomber der sechsten Generation vom Typ B-21 Raider zu vergrössern und dafür in der Budgetanfrage für das Haushaltsjahr 2028 eine neue Zielstückzahl zu verankern. Bereits 2027 dürfte das US-Bomberprogramm zudem einen industriellen Meilenstein erreichen, falls Northrop Grumman den ersten B-21 an die Luftwaffe ausliefert. Als wichtigster Vorläufer des Raider gilt der Stealth-Bomber B-2 Spirit, der seit Beginn der 1990er-Jahre im Dienst steht.
Hintergrund: Debatte um eine grössere B-21-Raider-Flotte der USAF
Mehrere US-Beamte und -Amtsträger verweisen vor dem Hintergrund neuer regionaler Spannungen im Nahen Osten sowie steigender Verteidigungshaushalte weltweit auf die Notwendigkeit, die Gesamtzahl der in der USAF verfügbaren B-21 Raider auszuweiten. Laut Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) beliefen sich die weltweiten Militärausgaben 2025 auf insgesamt 2,887 Billionen US-Dollar – 2,9% mehr als im Vorjahr und entsprechend 2,5% des globalen Bruttoinlandsprodukts. Auf die Vereinigten Staaten, China, Russland, Deutschland und Indien entfielen dabei 58% der Verteidigungsausgaben; allein die USA standen für 33% dieses gemeinsamen Anteils und gaben 954 Milliarden US-Dollar im Verteidigungshaushalt aus.
Am 30. April erklärte Verteidigungsminister Pete Hegseth vor Abgeordneten des US-Kongresses, das Land brauche „viel mehr“ als 100 B-21-Bomber. Der stellvertretende Chef des Air-Force-Stabs für Planung und Programme, Generalleutnant David H. Tabor, unterstützte diese Aussage. Damit zeichnet sich erstmals ein klarer Präzedenzfall ab, das im Modernisierungsprogramm der USAF festgelegte Minimum an B-21 über die bisherige Zielgrösse hinaus anzuheben.
B-2 Spirit als Vorgänger: Beschaffungspläne, Reduzierungen und Verfügbarkeit
Das heutige B-21-Raider-Projekt baut auf den Erfahrungen der USAF mit dem schweren, mehrzweckfähigen Bomber B-2 Spirit auf, der seit 1993 eingesetzt wird. In der ursprünglichen Produktionsplanung hatte die Luftwaffe 125 Exemplare angefordert; 1990 wurde diese Zahl auf 75 reduziert. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der daraus abgeleiteten Annahme, dass der Bedarf an dieser Art Stealth-Technologie geringer sei, wurde das B-2-Programm letztlich auf insgesamt 20 Flugzeuge begrenzt. Formal konsolidierte die USAF 21 Einheiten für ihre Luftflotte.
Im Mai 2026 weist die United States Air Force einen aktiven Gesamtbestand von 20 Flugzeugen sowie 1 Testexemplar aus. Parallel dazu schätzen Fachmedien wie die Air & Space Forces Magazine, dass – unter Berücksichtigung der Einsatzverfügbarkeit – zwischen 10 und 11 B-2 Spirit für erforderliche Operationen tatsächlich zur Verfügung stehen könnten, zumal die Bomber im Jahr 2024 eine Einsatzbereitschaftsquote von 55% aufwiesen.
Strategische Rolle des B-2 Spirit in der U.S. Nuclear Triad und Einsätze
Der Tarnkappenbomber B-2 Spirit bildet zusammen mit den SSBN der Ohio-Klasse einen Teil der strategischen Abschreckungsfähigkeiten der nuklearen Triade der Vereinigten Staaten (U.S. Nuclear Triad). Diese Triade stützt sich auf Interkontinentalraketen (ICBM), von U-Booten gestartete ballistische Raketen (SLBM) sowie strategische Bomber.
Der B-2 Spirit hebt sich insbesondere durch die Fähigkeit hervor, konventionelle und nicht-konventionelle Wirkmittel einzusetzen, darunter die nuklearen Freifallbomben B61 oder B83. In der Unterstützung von Kampfeinsätzen war der Bomber unter anderem an der Operation Allied Force (Jugoslawien), Enduring Freedom (Afghanistan) und Iraqi Freedom (Irak) beteiligt sowie zuletzt an Midnight Hammer (Iran) und Epic Fury (Iran).
Stand des B-21-Raider-Programms seit dem Erstflug
Seit dem Erstflug Ende 2023 treiben mehrere B-21-Raider aus dem Programm ihre Flugerprobung weiter voran, unter anderem in Zusammenarbeit mit den Tankflugzeugen KC-135 Stratotanker. Im September 2025 nahm Northrop Grumman das zweite Flugzeug in die Testkampagne auf; diese Maschine absolvierte dabei einen Überführungs- und Testflug von Palmdale (Kalifornien) zur Edwards Air Force Base.
Northrop Grumman rechnet damit, den ersten operativen B-21 im Jahr 2027 offiziell an die Ellsworth Air Force Base in South Dakota zu übergeben. Das betreffende Flugzeug befindet sich derzeit in der Endmontage am Industriestandort Palmdale. Mit diesem Schritt soll die Modernisierung der US-amerikanischen Stealth-Fähigkeiten in der Luft sichtbar beginnen.
Industriehochlauf: mögliche zweite Fertigungslinie und Investitionen
Um die industrielle Taktzahl beim Bau künftiger Tarnkappenbomber zu erhöhen, prüfte die US Air Force im März 2026 die Option, eine zweite Produktionslinie zu eröffnen. Damit könnte die Fertigung von bis zu 145 zusätzlichen Einheiten ermöglicht werden, die später in die Flotte aufgenommen würden. Diese Annahme knüpft an eine jüngste Vereinbarung der Behörde mit Northrop Grumman über eine Summe von mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar an, die darauf abzielt, die industrielle Geschwindigkeit der Stealth-Flugzeuge der sechsten Generation zu beschleunigen.
Die Vorstandsvorsitzende und CEO des Unternehmens, Kathy Warden, erklärte dazu: „Northrop Grumman hat mehr als 5 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur für Engineering und digitale Fertigung investiert, und wir sind bereit, den B-21 schneller zu produzieren.“
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