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Toyota bZ4X 2026: mehr Batterieoptionen, mehr Leistung, mehr Reichweite

Weißer Toyota BZ4X Elektro-SUV in modernem Raum neben Ladestation und Batteriespeicher.

Den Toyota bZ4X zu mögen, fällt jetzt leichter: mehr Batterie- und Leistungsoptionen, größere Reichweite und ein niedrigerer Einstiegspreis sind in Aussicht.


Als der Toyota bZ4X 2022 vorgestellt wurde, haftete ihm etwas Unentschlossenes an – fast so, als wäre er nicht das Projekt gewesen, das man unbedingt wollte. Das begann bereits beim Namen: Wer kommt auf die Idee, ein Auto so zu taufen, dass es ebenso gut ein Roboter aus der Star-Wars-Saga sein könnte?

Gleichzeitig war allgemein bekannt, dass der japanische Industriegigant einem rein elektrischen Antrieb lange skeptisch gegenüberstand und erst vergleichsweise spät in dieses Feld eingestiegen ist (ganz im Gegensatz zur Hybridtechnik, die bald ihr 30-jähriges Jubiläum feiert) – und zwar ausgerechnet mit diesem mittelgroßen Elektro-SUV.

Weil inzwischen praktisch alle Hersteller gezwungen sind, ihre Elektro-Palette auszubauen – Toyota hat bis 2035 eine Offensive mit Dutzenden neuen E-Autos angekündigt – und ihre Fähigkeiten in diesem Bereich nachzuschärfen, hat Toyota sein Elektro-SUV nun überarbeitet und erweitert. Dazu gehört auch eine Art Kombi-Variante des bZ4X namens Touring, die im kommenden Frühjahr auf den Markt kommt.

Zumal die zunehmend starke Konkurrenz, verkörpert etwa durch Volkswagen ID.4, Skoda Enyaq oder Ford Mustang Mach-E, nicht schläft – diese Aktualisierung war damit wirklich überfällig.

Mehr Leistung und Optionen

Die technische Basis des bZ4X 2026 bleibt die e-TNGA-Plattform, doch beim Antrieb hat Toyota spürbar nachgelegt. Die Leistung der E-Motoren steigt, weil Rotoren und Statoren angepasst wurden: Sie erlauben höhere Drehzahlen, während zugleich die Energieverluste reduziert werden konnten. Neu sind außerdem Siliziumkarbid-Wechselrichter, die effizienter, kompakter und leichter ausfallen als konventionelle Lösungen.

Statt bislang nur einer Batterie (71,4 kWh) gibt es nun zwei Kapazitätsstufen:

  • 57,7 kWh - Frontantrieb; Leistung 123 kW (167 PS); Höchstgeschwindigkeit 140 km/h; Reichweite 442 km;
  • 73,1 kWh - Frontantrieb; Leistung 165 kW (224 PS); Höchstgeschwindigkeit 160 km/h; Reichweite 569 km;
  • 73,1 kWh - Allradantrieb; Leistung 252 kW (343 PS); Höchstgeschwindigkeit 160 km/h; Reichweite 506 km.

Schnelleres Laden

Auch das Ladeverhalten (vor allem bei niedrigen Temperaturen) wurde überarbeitet: Toyota hat die Heizstrategie verbessert und ein neues System zur thermischen Vorkonditionierung eingeführt.

Eine der Neuerungen beim Toyota bZ4X 2026: Anders als einige deutsche Premium-Hersteller wie Porsche oder Audi ermöglicht er ab den mittleren Versionen Wechselstrom-Laden (AC) mit 22 kW (die Basis bleibt bei 11 kW). Damit verkürzt sich die Ladezeit für 10% bis 100% etwa auf die Hälfte. Beim Gleichstrom-Laden (DC) bleibt es bei maximal 150 kW – damit steht Toyota im Wettbewerbsvergleich nicht besonders gut da (10% bis 80% in 30 Minuten).

Für die Energierückgewinnung beim Verzögern gibt es vier Rekuperationsstufen, die sich nun per Schaltwippen am Lenkrad auswählen lassen – das war bisher nicht möglich.

Dynamisch überzeugend

Die frontgetriebene Variante mit dem größeren Akku wirkt ausgewogen, wie wir bei einer dynamischen Erprobung mit einem noch leicht getarnten Vorserienfahrzeug feststellen konnten.

Den Sprint auf 100 km/h erledigt sie in 7,4s – das ist bereits zügig genug. Das Fahrwerk des rund zwei Tonnen schweren bZ4X ist insgesamt komfortabel abgestimmt und filtert die meisten Unebenheiten gut von den Insassen weg. Bei höherem Tempo in Kurven, Kreisverkehren oder anderen Querbeschleunigungen lässt sich allerdings ein deutliches Wanken der Karosserie nicht vollständig vermeiden.

Lob verdient die strukturelle Solidität von Karosserie und Fahrgestell: In dieser elektrischen TNGA-Auslegung (e-TNGA) fällt die Steifigkeit durch den am Chassis befestigten Akku sogar nochmals höher aus.

Der adaptive Tempomat arbeitet tadellos und nimmt sofort Geschwindigkeit heraus, sobald er ein vorausfahrendes Fahrzeug erkennt. Nähert sich ein anderes Auto von hinten, erscheint eine Warnung im Display. Eine Innenraumkamera überwacht den Fahrer kontinuierlich und ermahnt, sobald der Blick auch nur kurz von der Straße abweicht.

Außerdem bringt das Elektro-SUV gewisse Offroad-Fähigkeiten mit. Die großzügige Achsverschränkung, die hohe Bodenfreiheit (21 cm) und eine Wattiefe von 500 mm helfen dem bZ4X, Hindernisse mittleren Schwierigkeitsgrades zu meistern, ohne dass er dabei ins Schwitzen gerät.

Der stärkste Toyota in Europa

Als Topversion wird der bZ4X 2026 mit Allradantrieb und 252 kW (343 PS) zugleich zum stärksten in Europa angebotenen Toyota-Serienmodell – wenn man den limitierten Supra A90 Final Edition ausklammert. Ein Zeichen der Zeit.

Wir konnten ihn kurz fahren – nach Portugal soll er nicht kommen – und die Leistung ist nicht nur Theorie: Er legt beim Anfahren mit spürbarem Nachdruck los (5,1s von 0–100 km/h) und hält den Schub auch jenseits von 120 km/h. Das ESP lässt sich vollständig deaktivieren, was je nach Umgebung zu unterhaltsamen Drifts oder sogar langen, gut kontrollierbaren Slides führen kann (in passenden Rahmenbedingungen und idealerweise bei geringer Haftung).

Aus dem schweren SUV wird dadurch kein GR Yaris, doch das Fahrverhalten wirkt klar agiler.

Zurück auf der Straße überzeugte die Bremsanlage – auch hinsichtlich der Pedalmodulation links, die bei vielen Elektroautos zu den „Achillesfersen“ zählt. Das kleine Lenkrad trägt dazu bei, dass sich der bZ4X durchaus engagiert fahren lässt, wenn man das möchte.

In unserem Test kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 15,2 kWh/100 km – ein guter Wert, der nur knapp über dem homologierten Verbrauch der früheren Einstiegsvariante (14,4 kWh/100 km) liegt.

Viel Platz, Kofferraum dürfte größer sein

Am Toyota bZ4X 2026 wurde an den Abmessungen innen nichts geändert: Der lange Radstand (2,85 m, 16 cm mehr als beim RAV4) sorgt für ein sehr großzügiges Raumgefühl, besonders spürbar in der zweiten Sitzreihe. Auch die Kopffreiheit fällt üppig aus – hinten sitzen Passagiere bis 1,90 m Körpergröße ohne Einschränkungen.

Der Kofferraum fasst 452 Liter (inklusive des Bereichs unter dem Ladeboden) und liegt damit unter dem, was fast alle direkten Wettbewerber bieten – etwa der Mustang Mach-E (502 Liter) oder der Volkswagen ID.4 (543 Liter). Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen Frunk (vorderen Kofferraum) gibt, anders als bei einigen Rivalen.

Die Rückenlehnen der Rücksitze lassen sich in zwei gleich große Teile umklappen (ohne eine komplett ebene Ladefläche zu erzeugen) und können im aufrechten Zustand in zwei Positionen verstellt werden.

Neuigkeiten im Innenraum

Auch im Cockpit hat Toyota Hand angelegt. Der 14”-Touchscreen gehört nun zur Serienausstattung (statt zuvor 12,3”), und die Mittelkonsole sitzt 10 cm tiefer – zuvor wirkte sie zu dominant. Dadurch entsteht mehr Luftigkeit, zudem finden zwei Smartphones nebeneinander Platz, um parallel geladen zu werden.

Damit wird ein Kritikpunkt am Modelljahr 2022 entschärft: Damals fühlte sich der Fahrer zwischen der sehr breiten Türverkleidung und der aufdringlichen Mittelkonsole regelrecht eingeklemmt – untypisch für viele E-Autos, die sonst von offenen, freien Flächen profitieren. Unverändert bleibt allerdings: Es gibt weiterhin kein Handschuhfach, was bemerkenswert ungewöhnlich ist.

Bei der Materialanmutung besteht Potenzial. Viele Flächen – selbst dort, wo man häufig hinfasst – bestehen aus hartem Kunststoff mit eher einfacher Optik. Dieses Manko findet sich zwar bei diversen anderen Elektroautos ebenfalls, sollte aber angesichts des hohen Preises eigentlich behoben werden.

Die Sitzbezüge wirken wertig, jedoch sind die Sitzflächen recht kurz geraten, und auch der Seitenhalt fällt etwas knapp aus.

Was kostet der Toyota bZ4X 2026 – und wann kommt er?

Konkrete Markteinführungstermine hat Toyota noch nicht genannt, aber bestätigt, dass der bZ4X 2026 in mehreren europäischen Märkten gegen Ende dieses Jahres erhältlich sein wird. Zu Preisen für Portugal gibt es bislang keine Angaben.

Das aktuell noch angebotene bZ4X-Modell startet bei 47 440 Euro. Durch die Einführung des Akkus mit geringerer Kapazität (71,4 kWh vs 57,7 kWh) dürfte Spielraum entstehen, um den Einstiegspreis zu senken.

Technische Daten

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