Der neue, zu 100 % elektrische Mercedes-AMG GT wurde noch nicht offiziell präsentiert – doch das Concept AMG GT XX, der Prototyp, der ihn vorwegnimmt, sorgt bereits für Rekordmeldungen.
Rekordfahrt in Nardò
Die deutsche „Super-Limousine“ stellte einen neuen Bestwert für die in 24 Stunden zurückgelegte Distanz eines Elektroautos auf: 5479 km in 24 Stunden. Damit ließ sie die jüngsten Marken von 3960 km (XPeng P7), 3944 km (Xiaomi YU7) sowie 3717 km (Mercedes-Benz CLA) hinter sich. Gefahren wurde auf der Teststrecke von Nardò in Italien.
Volta ao mundo
Noch eindrucksvoller war jedoch ein anderer Wert auf derselben Strecke. Insgesamt brach der Prototyp 25 Rekorde – herausragend darunter: Der AMG GT XX spulte 40 075 km - o equivalente a uma volta ao mundo - em menos de oito dias. Genauer gesagt in 7 Tagen, 13 Stunden, 24 Minuten und 07 Sekunden.
Ziel der Übung war es, die überlegene Langstrecken-Performance des elektrischen AMG-Antriebssystems zu demonstrieren. Deshalb sollte der Concept Mercedes-AMG GT XX in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Kilometer zurücklegen – als Simulation maximaler Belastung für Motoren und Batterie.
Dazu drehte der Prototyp Runden auf dem Nardò-Ring konstant mit 300 km/h und hielt nur zum Laden an – mit „astronomischen“ Ladeleistungen von 850 kW (weit jenseits dessen, was die heutige Ladeinfrastruktur bereitstellen kann).
Obwohl das Fahrzeug höhere Geschwindigkeiten erreichen kann, war die Wahl von 300 km/h bewusst: Vorab-Simulationen und Tests hatten dieses Tempo als optimalen Kompromiss aus hoher Durchschnittsgeschwindigkeit und möglichst wenigen Ladestopps identifiziert – mit dem Ziel, die Gesamtzeit zu minimieren.
Team und Logistik
Die Leistung wurde nicht nur mit einem Fahrzeug erzielt, sondern mit zwei (mit 25 km Differenz) – und mit einer Crew aus 17 Profi-Piloten aus dem GT3-Rennprogramm von Mercedes-AMG, darunter Formel-1-Fahrer George Russell.
Zum Einsatz gehörten außerdem mehr als 100 weitere Mitarbeitende: Ingenieure, Streckentechniker, Logistikpersonal sowie ein „Mission-Control“-Team aus der Mercedes-AMG-Zentrale in Affalterbach, Deutschland.
Zahlen zum AMG GT XX
Laut Michael Schiebe, Geschäftsführer von Mercedes-AMG, lag der Schlüssel zur Performance des Concept AMG GT XX im fortschrittlichen Antriebssystem. Es basiert auf einer 800-V-Elektroarchitektur und kann Ladeleistungen zwischen 850 kW und 900 kW aufnehmen – was extrem kurze Stopps ermöglicht.
Angetrieben wird der Prototyp von zwei Axialfluss-Elektromotoren an der Hinterachse und einem dritten an der Vorderachse. Zusammen ergibt das eine Systemleistung von 1000 kW (1360 cv).
Die Batterie mit zylindrischen Zellen, entwickelt mit Unterstützung der Formel-1-Abteilung der Marke, hat eine Kapazität von 114 kWh. Um die Zellen im optimalen Temperaturfenster zu halten, werden sie in Öl getaucht.
Nach Angaben von Mercedes-AMG erlaubt diese Technik, sehr hohe Ladeleistungen ohne Degradation über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Das Resultat: bis zu 400 km Reichweite in nur fünf Minuten.
“Für die Kunden unserer künftigen Elektromodelle bedeutet das, dass sie einen echten AMG bekommen – ohne Kompromisse.”
Michael Schiebe, Geschäftsführer der Mercedes-AMG
Der Concept Mercedes-AMG GT XX ist kein Serienmodell. Er zeigt jedoch die Strategie der Marke aus Stuttgart, Technologien zu validieren, bevor die Plattform AMG.EA debütiert. Diese soll die Basis für künftige 100 % elektrische Mercedes-AMG-Modelle bilden – darunter ein „Super-SUV“ mit mehr als 1000 cv.
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