Ein entscheidender Moment für Peugeot und den Peugeot 508
2011 ist im Autojahr ein echtes Schwergewicht: Die ersten wirklich alltagstauglichen Elektroautos rollen auf den Markt, und gleichzeitig stehen mehr bissig-aggressive Supersportwagen bereit, als man zählen möchte. Da wirkt die Chance gering, dass eine eher zurückhaltende französische Limousine gross Eindruck macht. Doch was zunächst wie eine Nachricht von gestern aussieht, entpuppt sich als ziemlich wichtiger Augenblick: Peugeot, in Europa lange eher am Ende des Feldes unterwegs, bringt mit dem 508 das Musterbeispiel des „Durchschnittsautos“ – und das Erstaunliche ist: Es ist bemerkenswert.
Das ist vor allem für die meisten von uns relevant, denn 2011 werden wir weder konsequent „grün“ unterwegs sein noch im Überschalltempo fahren. Genau hier setzt die 508 Limousine an: Das Auto, in dem Camerons „squeezed middle“ unzählige Stunden verbringen wird – auf Autobahnen und Landstrassen, mit Chris Evans im Radio und einem Costa Coffee als Begleiter. Und genau das soll sich leicht und entspannt anfühlen.
Innenraum und Qualitätsanmutung im Peugeot 508
Als Erstes kündigt der 508 bei Peugeot eine neue Ära an, was wahrgenommene Qualität und Klasse angeht. Die spröden Kunststoffe und das klapprige Bedienzeug sind verschwunden (oder zumindest zum grössten Teil) – ersetzt durch das inzwischen obligatorische Soft-Touch-Armaturenbrett und einen Gesamteindruck von souveräner Solidität.
Innen präsentiert sich die Limousine grosszügig, hell und mit dieser Aura von Oberklasse-Transport, die vor nicht allzu langer Zeit praktisch nur aus Deutschland kam.
Fahrkomfort, Lenkung und Karosseriekontrolle
Auch fahrend überzeugt der 508: Er federt aussergewöhnlich gut, mit einer unerwarteten Geschmeidigkeit, und liefert ein ordentliches, wenn auch nicht herausragendes Mass an Geräusch- und Komfortkultur. Die Lenkung wirkt präzise, und in Kurven hält die Limousine die Seitenneigung erfreulich gering. Echten Komfort mit dynamischer Fähigkeit zu verbinden, gilt als der Heilige Gral der Fahrwerksentwicklung – und der 508 marschiert eindeutig in diese Richtung.
Motorenangebot, CO₂-Werte und Preise
Ein weiterer Pluspunkt für den wiedererstarkenden Peugeot ist die Motorenpalette: 1,6-, 2,0- und 2,2-Liter-HDi-Diesel stehen zur Wahl, ergänzt um zwei 1,6-Liter-Benziner. Einer davon ist der hervorragende 156bhp THP aus dem RCZ.
Der 1,6 e-HDi mit Start-Stopp-Technik und 109 g/km CO2 kostet als Basismodell £19,050, während der voll ausgestattete 2,2 HDi in GT-Ausführung an £29k heranrückt. Wie tief man auch ins Regal greift: Über die gesamte Baureihe ist der 508 konkurrenzfähig bepreist (unterbietet zum Beispiel schon seinen Konzernbruder C5), und es gibt eine Performance-/Effizienz-Kombination, die hier fast jedem passt.
Design: gefällig, aber unaufdringlich
Obendrein ist er optisch keineswegs ein Problem. Der 508 zeigt dieses überzeugende, wenn auch leicht gleichförmige Design, das man heute von Volvo bis Lexus und wieder zurück sieht. Ein wirklich hübsches Auto – allerdings auf eine etwas gleichgültige Art. Das heisst: Er bleibt vielleicht nicht lange im Gedächtnis, passt dafür aber sofort ins Bild. Genau wie in praktisch jeder anderen Disziplin. Der 508 ist ein Durchschnittsauto – nur dass „durchschnittlich“ hier exzellent sein muss.
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