2022 sorgte Dodge weltweit für Aufsehen, als das Charger Daytona SRT Concept enthüllt wurde.
Das Konzept zeigte, wie sich die Marke einen neuen Typ muscle car vorstellt: rein elektrisch angetrieben, ganz ohne durstigen, oktanhungrigen V8. Zusätzlich zog das externe Fratzonic-Soundsystem viele Blicke auf sich, weil es den Klang des mächtigen V8 nachbilden soll.
Mit Blick auf den umstrittenen Wechsel zur Elektromobilität erklärte Marken-CEO Tim Kuniskis: „seine Performance hat uns dazu gebracht“.
Fast zwei Jahre später ist es nun so weit: Die Serienversion steht fest – und sie markiert die achte Generation des Dodge Charger.
Als erstes Stellantis-Modell nutzt er die neue STLA-Large-Plattform. Und „Large“ ist hier wörtlich zu nehmen: Der neue Dodge Charger misst nahezu 5,25 m in der Länge, 2,02 m in der Breite und knapp 1,5 m in der Höhe. Damit fällt er deutlich größer aus als der ohnehin stattliche Challenger, den er ersetzt – und beansprucht sogar mehr Fläche auf dem Asphalt als ein Kia EV9.
Optisch bleibt die finale Ausführung nah am Prototyp, grenzt sich aber klar vom Challenger ab und orientiert sich am legendären Charger von 1969 – genau jenem „General Lee“ aus den „Dukes of Hazzard“.
Am auffälligsten ist die Front, insbesondere die neue Lösung für die Einheit aus Scheinwerfern und „Kühlergrill“. Beim Charger Daytona als 100% Elektroauto wird die „Grill“-Fläche – wie bereits beim Konzept – zum aerodynamischen Bauteil: Sie lässt Luft einströmen, die über eine Öffnung in der Motorhaube wieder austritt.
Muscle car-Performance
Dodge betont, der neue Charger Daytona werde den Titel als schnellstes und leistungsstärkstes muscle car der Welt verteidigen. Vielleicht später. Aktuell steht zunächst die stärkste Variante Scat Pack mit 500 kW (680 PS) an der Spitze, während der Einstieg als R/T 370 kW (503 PS) bietet.
Allerdings hat diese maximale Leistung einen Haken: Sie steht jeweils nur für 15 s zur Verfügung – und zwar nachdem der Fahrer den Knopf „PowerShot“ gedrückt hat. Ohne diese Aktivierung fehlen im restlichen Fahrbetrieb 40 PS. Zwischen zwei „PowerShot“-Einsätzen müssen jedoch 30 s vergehen; die Nutzung ist grundsätzlich unbegrenzt – zumindest solange die Batterie genügend Energie liefert.
Der Akku selbst fasst 100,5 kWh und arbeitet mit 400 V (obwohl die STLA Large grundsätzlich bis zu 800 V ermöglicht). Dodge nennt Reichweiten zwischen 510 km und 418 km (Dodge-Prognosen auf Basis des nordamerikanischen Zyklus), abhängig von der jeweiligen Ausführung.
Unabhängig von der Version ist bei allen Charger Daytona ein Elektromotor pro Achse verbaut. Für reinen Hinterradantrieb scheint beim neuen Charger kein Platz zu sein: Es wird durchgehend auf Allradantrieb hinauslaufen.
Mit zwei angetriebenen Achsen fallen auch die Beschleunigungswerte des Dodge Charger Daytona Scat Pack mit 680 PS sehr überzeugend aus: 3,3 s von 0 auf 60 mph (0–96,5 km/h), und die klassische Viertelmeile (402 m) absolviert er in 11,5 s. Überraschend wirken diese Zahlen vor allem im Kontext des Gewichts dieses muscle car: 2648 kg(!).
Die Kraft wird über groß dimensionierte Goodyear Eagle F1 auf die Straße gebracht: 305/35 ZR20XL vorn und 325/35 ZR20 hinten. Das Bremssystem stammt von Brembo und umfasst Scheiben mit 40 cm Durchmesser sowie Sechskolben-Sättel vorn und Vierkolben-Sättel hinten.
Damit der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, bietet der Dodge Charger Daytona mehrere Fahrmodi, deren Namen den Einsatzzweck klar machen. Dazu zählen etwa der Donut mode, außerdem Drift, Drag und Track. Über Line Lock lässt sich für einen Burnout der Antrieb an der Vorderachse deaktivieren, und Launch Control soll einen möglichst sauberen, effektiven Start sicherstellen.
Er wird nicht nur 100% elektrisch sein
So sehr der neue Dodge Charger Daytona als rein elektrisches Modell das Aushängeschild der neuen muscle car-Generation ist: Verbrennungsmotoren werden hier nicht komplett gestrichen.
Später, im Jahr 2025, folgt ein Dodge Charger mit dem Hurricane – dem neuesten Reihensechszylinder von Stellantis. Ein V8 ist nicht vorgesehen. Der Motor verfügt über 3,0 l Hubraum und zwei Turbolader und wird bereits in Modellen von Jeep und Ram eingesetzt.
Geplant sind zwei Leistungsstufen: Sixpack H.O. (High Output) mit 557 PS sowie Sixpack S.O. (Standard Output) mit 426 PS. Was beide eint? Erneut Allradantrieb und ein Automatikgetriebe.
Kommt er nach Europa?
Die Produktion des neuen Dodge Charger Daytona soll Mitte dieses Jahres im kanadischen Windsor, Ontario, anlaufen; kurz darauf sollen die Verkäufe in den USA starten.
Die Charger-Varianten mit Verbrennungsmotor kommen später – im ersten Quartal 2025 –, ebenso wie die fünftürige Karosserie (die Heckklappenöffnung schließt die hintere Scheibe mit ein). Danach ist außerdem bereits ein Charger Daytona SRT Banshee angekündigt, mit drei Motoren und einem 800-V-Bordnetz.
Was den Verkauf in Europa betrifft, sind die Chancen gering.
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