In den Datenseiten hinten in der TG tauchen auffällig viele Mini-MPVs auf. Der Renault Modus gehörte zu den ersten, danach kamen Nissan Note und C3 Picasso – und inzwischen stehen dort auch der Kia Venga und dieser Hyundai, der eng mit ihm verwandt ist. Merkwürdig ist nur: Auf der Strasse begegnet man ihnen kaum. Manche, etwa der Yaris Verso, sind angesichts der allgemeinen Gleichgültigkeit schlicht leise verschwunden.
Warum Mini-MPVs im Alltag kaum überzeugen
Wozu also überhaupt ein kleines MPV? An erster Stelle wegen Platz. Aber wenn es primär um Raum geht: Weshalb nicht einfach einen grösseren Hatchback nehmen? Den Modus links liegen lassen und zum Mégane greifen – dort ist die Auswahl grösser und die Rabatte fallen üppiger aus.
MPV heisst zwar „Multi Purpose Vehicle“, also müsste auch ein Plus an Vielseitigkeit dazugehören: clevere Sitzklapp-Tricks und ähnliche Lösungen. Genau da liegt das Problem, denn solche Konstruktionen bringen Komplexität und Gewicht mit. Das kostet Geld und wirkt sich auf den Verbrauch aus – und Käuferinnen und Käufer von Kleinwagen empfinden das schnell als Zumutung.
Damit wird klar: Ein Mini-MPV braucht ein kristallklares Konzept. Entweder ist es schlicht, aber schick, und unterbietet so die grösseren Hatchbacks. Oder es ist extrem pfiffig – so wie der Meriva mit seinen ultraflexiblen Sitzen und den „Clap-hands“-Türen –, sodass Menschen bereit sind, dafür mehr zu bezahlen.
Hyundai iX20: Ansatz, Design und Innenraum
Der iX20 entscheidet sich für den ersten Weg. Besonders wagemutig wirkt er nicht, doch das Design ist gelungen und nicht allzu beliebig. Der Innenraum sieht ordentlich aus und ist sauber zusammengebaut, allerdings findet sich am Armaturenbrett keine einzige Quadratzentimeter Softtouch-Kunststoff. In dieser Preisklasse kann man ihm das kaum vorwerfen.
Alle sitzen eher aufrecht, um das Beinraumgefühl zu vergrössern – gleichzeitig fühlt sich die Sitzposition beim Fahren etwas kastenwagenartig an. Hinten lassen sich die Sitze in der Neigung verstellen und längs verschieben, aber sie klappen nicht besonders platzsparend um. Ein Honda Jazz ist beim Transport von Gepäck und Gegenständen vielseitiger. Und er fährt sich angenehmer.
Motoren, Fahrverhalten und der Preis als Schlüsselfaktor
Zur Wahl stehen 1,4‑Liter-Benzin- und Dieselmotoren; beide kommen dank Start-Stopp-Automatik und des erträglich niedrigen Gewichts auf ordentliche Verbrauchswerte. Ich war mit dem Diesel unterwegs. Sobald er warm ist, ist er leise genug – trotzdem muss man ihn fordern. Auf der Autobahn wirkt er angestrengt, wenn er für diese hohe Karosserie „Luft schneiden“ soll. Ich vermute, viele werden den Aufpreis für den Diesel samt Sechsgang-Getriebe ablehnen und beim Benziner mit Fünfgang-Schaltung bleiben.
Beim gemächlichen Fahren in der Stadt ist der Komfort ordentlich: Die Federung bügelt vieles glatt und bleibt ruhig, die Lenkung ist präzise und leichtgängig, und Schaltung sowie Kupplung arbeiten geschmeidig. Genau dort spielt so ein Auto wahrscheinlich die meiste Zeit – und dafür sind das vernünftige Prioritäten. Sobald man allerdings auf Strassen unterwegs ist, auf denen man Fahrfreude erwarten könnte, beginnt er schnell zu hoppeln und unruhig zu versetzen. Ein echter Supermini macht deutlich mehr Spass.
Entscheidend beim iX20 ist der Preis. Der Benziner startet unter 12.000 Pfund. Schon die Basis ist gut ausgestattet. Aber ihm fehlt der Charakter eines Citroën C3 – und die fahrerische Cleverness eines Jazz. Von einem normalen Hatchback ganz zu schweigen.
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