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Citroën Survolt: Der fast lautlose elektrische Rennwagen

Schwarzer futuristischer Sportwagen mit blauen Akzenten fährt auf Rennstrecke, Zuschauer im Hintergrund.

Man kennt sie: die mürrischen Nachbarn, die direkt neben einer Rennstrecke wohnen und sich dann ein Leben lang über den Lärm beschweren. Citroën könnte dafür tatsächlich ein Gegenmittel gefunden haben – der Survolt ist ein Rennwagen, der von aussen praktisch geräuschlos vorbeisurrt.

Der Grund dafür ist simpel: Er wird ausschliesslich elektrisch angetrieben. Und genau dieses Fahrerlebnis wirkt vom Sitz aus betrachtet erstaunlich ungewohnt.

Citroën Survolt: Elektrischer Antrieb und das seltsame Fahrerlebnis

Wer mehr Bilder vom Citroën Survolt sehen will, findet reichlich Fotomaterial – doch am eindrücklichsten ist, wie anders sich dieses Auto anfühlt.

Zunächst einmal gibt es keine klassischen Gangwechsel: Du trittst das Fahrpedal, und der Wagen schiebt in einem gleichmässigen, geradezu süchtig machenden Drehmomentstrom nach vorn. Von 0 auf 100 km/h (0–62 mph) ist er in knapp unter 5,0 Sekunden. Weil keine Schaltvorgänge den Leistungsaufbau unterbrechen, stellt sich das Gefühl ein, als könnte die Beschleunigung endlos so weitergehen.

Keine Gangwechsel, kaum Motorbremse: Beschleunigen und Verzögern

Nur geht das heute nicht: Genau dieses Exemplar – das einzige auf der Welt und mit 1.500.000 £ beziffert – ist in zwei Wochen das Highlight auf Citroëns Messestand beim Pariser Autosalon. Entsprechend hoch ist die Anspannung.

Zumal beim Verzögern ebenfalls vieles anders ist, als man es aus einem herkömmlichen Auto kennt. Die übliche Motorbremse fehlt. Nimmst du das Fahrpedal zurück, bremst im Grunde nur der Luftwiderstand – ein Herunterschalten mit Zwischengas (Hacke und Spitze) fällt aus, es bleibt nur ein festes Bremspedal.

Übrigens muss man dieses Pedal mit dem linken Fuss treten, weil der Innenraum so eng geschnitten ist, dass man den rechten Fuss nicht einfach hinüberziehen kann. Das erinnert eher an ein Kart.

Geräuschkulisse im Cockpit und der enge Innenraum

Als Nächstes überrascht, wie viel Lärm es im Cockpit gibt. Von aussen gleitet der Survolt lediglich mit einem leisen Surren vorbei – innen aber ist ein deutliches, turbinenartiges Heulen aus dem Getriebe zu hören. Im Vergleich zu den meisten Rennwagen bleibt er zwar recht leise, von echter Stille ist er jedoch weit entfernt: Mit einem Beifahrer zu sprechen klappt nur mit erhobener Stimme.

Erst recht, wenn – wie bei meiner Runde – plötzlich die Tür aufspringt.

Konzeptfahrzeug in Vorserie: Fahrwerk, Batterien und das Potenzial

Trotzdem sollte man das einordnen: Hier steht ein Vorserien-Konzeptfahrzeug, und weiter weg von „ausentwickelt“ geht es kaum. Dazu kommt, dass das Auto in nur drei Monaten aufgebaut wurde. Dass es sich bereits so überzeugend fahren lässt, ist daher bemerkenswert.

Der Survolt federt erstaunlich gut, die Haftung ist hoch, und trotz seiner zwei gewaltigen Batterien zeigt er keine ruppigen oder unausgeglichenen Reaktionen. Eine Batterie sitzt zwischen den Füssen des Fahrers und den Vorderrädern, die andere direkt hinter dem Kopf.

Am stärksten ist vielleicht das, was in ihm steckt: Potenzial. Bis zu einem wirklich ausgereiften Rennwagen ist es noch ein weiter Weg, doch Citroën treibt mit diesem Fahrzeug seine Elektrotechnik konsequent voran. Früher nutzten Hersteller die Formel 1 als Testfeld, um Verbesserungen für Strassenautos zu entwickeln – vielleicht kommen die Fortschritte bei elektrischen Strassenfahrzeugen künftig eher von Projekten wie dem Survolt und einer möglichen Markenpokal-Serie, die daraus hoffentlich entsteht. Wenn es so kommt, kann das nur gute Nachrichten bedeuten.

Piers Ward

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