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BMW auf der CES: iX Flow wechselt per Knopfdruck die Farbe und weitere Neuheiten

Weißer BMW iX Flow mit E-Ink-Technologie in moderner Ausstellungsumgebung, Front- und Seitenansicht.

Die BMW-Präsenz auf der CES (Consumer Electronics Show) drehte sich in diesem Jahr nicht nur um die Premiere der stärksten iX-Variante, des neuen M60. Der deutsche Hersteller nutzte die Messe ebenso, um mehrere neue Technologien zu zeigen - am meisten Aufmerksamkeit bekam jedoch eine Lösung, mit der sich die Fahrzeugfarbe per Knopfdruck verändern lässt.

Um das zu demonstrieren, brachte BMW den iX Flow mit: An dem Konzept ist zu sehen, wie das Modell zügig und flüssig von Weiss zu Schwarz und wieder zurück wechselt, inklusive verschiedener Muster - fast so, als wäre es eine Animation … oder als könnte das Auto Tarnung aktivieren bzw. „choco“-ähnliche Muster darstellen.

Auch wenn das Ganze derzeit vor allem als technologische Machbarkeitsstudie gilt - ohne Gewissheit, ob es jemals in die Serienfertigung kommt -, betont BMW, welche neuen Möglichkeiten sich damit sowohl bei der Individualisierung als auch bei zusätzlichen Funktionen ergeben.

Wie funktioniert es?

Elektrophorese, E Ink und ePaper auf der Karosserie

Das „Geheimnis“ hinter dem Farbwechsel ist die Nutzung einer von E Ink entwickelten Elektrophorese-Technik - vergleichbar mit dem Prinzip, das man von eReadern wie dem Amazon Kindle kennt. Der iX Flow trägt eine spezielle Schicht auf der Karosserie; wird sie durch elektrische Signale angeregt - in dieser Phase wird als einzigem Schritt Energie benötigt -, werden unterschiedliche Pigmente sichtbar.

Diese Schicht besteht aus vielen ePaper-Segmenten (elektronischem Papier). In ihnen sitzen Millionen Mikro-Kapseln, deren Durchmesser ungefähr der Dicke eines menschlichen Haars entspricht. Darin befinden sich weisse Pigmente mit negativer Ladung sowie schwarze Pigmente mit positiver Ladung. Je nach gewählter Einstellung bringt die elektrische Ansteuerung entweder das eine oder das andere Pigment an die Oberfläche.

Eine der Hürden bestand darin, die ePaper-Segmente präzise zuzuschneiden und so aufzubringen, dass sie die Konturen des Fahrzeugs sowie die wechselnden Licht- und Schattenbereiche auf der Karosserie korrekt mitgehen. Nach dem Anbringen und dem elektrischen Anschluss wird die Karosserie anschliessend erwärmt und versiegelt, damit bei jedem Umschalten eine optimale und gleichmässige Farbdarstellung erreicht wird.

Personalisierung und praktische Funktionen des iX Flow

Das Potenzial zur Personalisierung dieser Technologie liegt auf der Hand - dennoch sind auch die möglichen Funktionen, die sich daran knüpfen lassen, nicht zu unterschätzen.

So könnte sie etwa helfen, das eigene Fahrzeug auf einem Parkplatz schneller zu finden, indem es rasch und wiederholt zwischen den beiden Farbtönen wechselt. Darüber hinaus kann der Farbwechsel auch zur Effizienz beitragen. Wie das funktionieren soll? Indem je nach Wetterlage der passende Ton gewählt wird: Weiss für heisse Tage und Schwarz für kalte.

Wenn man die unterschiedlichen Wärmereflexions-Eigenschaften der Farbtöne konsequent nutzt - an warmen Tagen haben weisse oder sehr helle Fahrzeuge eine niedrigere Innenraumtemperatur als schwarze oder sehr dunkle -, lässt sich die Klimaanlage seltener oder mit geringerer Leistung einsetzen, was Energie spart. Bei Elektroautos wie diesem iX Flow kann das wiederum zu einer höheren Reichweite beitragen.

Weitere Neuheiten

Neben dem iX Flow hatte BMW auf der CES weitere Technik dabei, darunter den BMW Theatre Screen, der die zweite Sitzreihe in eine Art Kinosaal verwandeln soll. Aktiviert wird er, indem im Infotainment der Modus „My Mode Theatre“ ausgewählt wird.

Zum System gehören ein 31″-Ultrawide-Display, das aus dem Dachhimmel herunterfährt, ein Surround-Soundsystem sowie 5G-Konnektivität. Zusätzlich steuert die Lösung die Vorhänge der hinteren Seitenfenster und passt die Innenraumbeleuchtung für ein noch immersiveres Erlebnis an. Die Passagiere hinten können den Bildschirm - Neigung, Format usw. - und die Lautstärke über berührungssensitive Flächen in den hinteren Türen bedienen.

BMW hat bestätigt, dass diese Lösung in die Produktion geht, nannte jedoch noch keinen Zeitpunkt. Einige Gerüchte gehen davon aus, dass die nächste Generation des 7er, die noch in diesem Jahr starten soll, das System als erstes erhalten könnte.

Auch die Elektro-Modelle von BMW sollen künftig eigene Sounds ausgeben, komponiert vom ausgezeichneten Komponisten Hans Zimmer (bekannt für einige der berühmtesten Film-Soundtracks). Als erstes erhält sie der i4, bereits in den kommenden Monaten; in der zweiten Jahreshälfte 2022 soll dann auch der iX Zugriff darauf bekommen.

Der auf dem Event enthüllte BMW iX M60 ist ausserdem das erste Modell der Marke, das im Innenraum digitale Kunst integriert - und diese Idee soll später auf weitere Modelle ausgeweitet werden. Das geschwungene Display, das das Interieur des elektrischen SUV prägt, zeigt nun ebenfalls ein Werk der chinesischen Multimedia-Künstlerin Cao Fei mit dem Titel „Quantum Garden“.


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