Der Volkswagen Golf gehört zu den erfolgreichsten Modellen aller Zeiten – 37 Millionen produzierte Einheiten lassen daran keinen Zweifel. Er feiert 50 Jahre Geschichte und ist längst eine feste Grösse in der Automobilindustrie.
Ohne Übertreibung lässt sich sagen: Im Segment C war er für viele Hersteller über Jahre hinweg der Massstab. Und bei den zahlreichen Versionen, die der Golf im Laufe der Zeit hervorgebracht hat, bleibt eine bis heute die bekannteste: der GTI.
Mit dem Volkswagen Golf GTI „entstand“ das Hot-Hatch-Konzept so, wie wir es heute kennen.
Doch selbst ein Musterschüler wie der neue Golf GTI konnte der Versuchung nicht widerstehen, bei den „Hausaufgaben“ abzuschreiben. Ja, Volkswagen, darüber müssen wir reden…
Volkswagen wollte nichts erfinden und hat deshalb kopiert
Wenn noch nicht klar ist, worauf ich hinauswill, dann schaut euch noch einmal die Felgen des neuesten Golf GTI (Generation 8.5) an.
Vielleicht bin ich mit dieser Wahrnehmung allein – auch wenn ich es nicht glaube –, aber die Felgen des neuen Golf GTI mit ihrem kreisförmigen Design erinnern mich unmissverständlich an die klassischen Felgen von Alfa Romeo.
Mehrere Kreise, wie die Wählscheibe eines alten Telefons (eines, von dem mein Sohn nicht einmal gehört hat), sind ein perfektes Beispiel für jene Art von Stil, die so reduziert ist, dass sie nur von einem Italiener erdacht sein könnte.
Die Autoindustrie kann sich in den nächsten Jahren drehen und wenden, doch eine nahezu universelle Konstante scheint zu bleiben: Niemand zeichnet so wie die Italiener. An den Rest der Welt: Es tut mir leid – für mich ist das eine Tatsache.
Eine italienische Ader im Volkswagen Golf
Wer tiefer in die Geschichte des Golf eintaucht, weiss: Auf italienische Handschrift zu setzen, ist für Volkswagen nichts Neues. Schon in der ersten Generation profitierte der Volkswagen Golf spürbar vom wertvollen italienischen Gespür für guten Stil.
Mehr noch: Ohne diese wichtige Unterstützung aus Italien würden wir heute wahrscheinlich gar nicht über den Volkswagen Golf sprechen.
Damals stand als Alternative zur ersten Golf-Generation ein Modell im Raum, dessen Design wirkte, als sei es von der anderen Seite des „Eisernen Vorhangs“ entwickelt worden. Es trug den Namen Projekt EA 276 – und zum Glück ging es nie in Serie.
Zurück in der Gegenwart – und mit Blick nach vorn – bleibt der Design-Ansatz des Golf innerhalb von Volkswagen weiterhin prägend.
Schon ein Blick auf die Linien des künftigen Volkswagen ID.2 ruft sofort einige der erfolgreichsten stilistischen Codes in Erinnerung, mit denen die deutsche Marke gross geworden ist.
Ob man nun die Italiener kopiert oder die eigene Geschichte: Für mich ist beides in Ordnung, solange das Ergebnis spannend ist. Beim neuen Golf GTI ist das gelungen. Beim ID.2 müssen wir noch abwarten – aber die ersten Bilder wirken vielversprechend.
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