Changan Automobile rechnet damit, dass die angekündigten Festkörperbatterien früher als erwartet in der Praxis auftauchen könnten: Laut Unternehmensangaben sollen die als „heiliger Gral“ unter den Akkus gehandelte Technologie im dritten Quartal dieses Jahres in Automobilen und Robotern verbaut werden. Die Serienproduktion ist für 2027 vorgesehen. Veröffentlicht wurden diese Informationen von Changan selbst über die interaktive Plattform der Börse von Shenzhen.
Changan und die Golden-Bell-Festkörperbatterien
Unter dem Namen Golden Bell – so nennt die Changan-Tochter ihre Festkörperbatterien – sind bislang nur wenige technische Details offiziell bekannt.
Technische Daten: 400 Wh/kg und bis zu 1500 km (CLTC)
Als Eckwerte nennt das Unternehmen eine Energiedichte von 400 Wh/kg sowie eine Reichweite von bis zu 1500 km mit nur einer Ladung, gemessen im CLTC-Zyklus.
Damit läge die Energiedichte deutlich über den 250 Wh/kg klassischer NMC-Lithium-Ionen-Batterien (Nickel, Mangan und Kobalt). Gleichzeitig wäre das ein sehr grosser Sprung gegenüber den 175 Wh/kg der neuen Natrium-Ionen-Batterien, die Changan nach eigenen Angaben ebenfalls bereits in Fahrzeugen einsetzt.
Sicherheitsversprechen: 70% mehr Sicherheit durch KI-Diagnose
Vorgestellt wurde die Technologie Ende 2023. Changan zufolge soll sie im Vergleich zu herkömmlichen Batterien 70% mehr Sicherheit bieten – ermöglicht durch eine Diagnose auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI).
Was sind Festkörperbatterien?
Festkörperbatterien besitzen – wie Lithium-Ionen-Batterien – eine Anode, eine Kathode und einen Elektrolyten. Der entscheidende Unterschied liegt im Elektrolyten: Bei Festkörperbatterien ist er fest, während er bei konventionellen Batterien flüssig ist oder als Polymergel vorliegt.
Durch diesen Wechsel kann bei gleichem Bauraum mehr Energie gespeichert werden, was die Energiedichte erhöht. Ausserdem entfällt das Risiko von Flüssigkeitsleckagen. Das macht die Batterien sicherer und senkt bei Unfällen die Wahrscheinlichkeit eines Brandes.
Ein weiterer Vorteil ist die längere Lebensdauer: Dank der höheren chemischen Stabilität sind solche Akkus weniger anfällig für Degradation durch Lade- und Entladezyklen. Zusätzlich sind schnellere und effizientere Ladevorgänge möglich, weil sich das Wärmemanagement besser steuern lässt.
Trotz der Vorteile bleiben Hürden bestehen – vor allem bei der Massenproduktion und beim Preis, der weiterhin sehr hoch ist: zwischen 3-6 mal mehr als bei NMC.
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