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Suzuki Swift Sport: Sportkompakter mit 134 PS im Oldschool-Stil

Weißer Suzuki Kleinwagen fährt auf asphaltierter Straße neben Bürgersteig mit Gitternzaun.

Einordnung: Ist der Suzuki Swift Sport wirklich ein Sportkompakter?

In Zeiten, in denen 200bhp starke Minis schon als brav durchgehen und Ford ohne Zögern 350bhp über die Vorderräder eines Focus jagt, liegt die Frage nahe, ob ein Suzuki Swift mit 134bhp überhaupt noch in die Schublade der Sportkompakten passt.

Doch genau das tut er. Mit etwas Abstand betrachtet ist der Swift Sport deutlich eher ein Sportkompakter als ein Focus RS, ein Megane RenaultSport oder jeder andere Turbo-Exzess. Er trifft den Kern dessen, wofür Golf GTI MkI, Peugeot 205 GTI und ihre Zeitgenossen standen: ein Saugmotor, ein quirliges Fahrverhalten und vor allem eines – wenig Masse. Die Zahl der bhp auf dem Datenblatt ist dabei zweitrangig; entscheidend ist vielmehr das hier: Der Swift Sport bringt lediglich 1,040kg auf die Waage.

Technik: 1.6-Liter-Saugmotor, 15bhp mehr und ein sechster Gang

In der zweiten Generation setzt der Swift Sport weiterhin auf denselben 1.6-litre Saugmotor wie sein Vorgänger, allerdings mit variabler Ansaugung, glatter ausgeführten Ansaugkanälen und einer neuen Abgasanlage. Das Ergebnis: 15bhp mehr Leistung.

Auch das Fahrwerk wurde versteift – und mindestens genauso wichtig ist die Getriebe-Änderung: Der Swift Sport bekommt einen zusätzlichen Gang. Konkret einen sechsten; ein zweiter Rückwärtsgang wäre nun wirklich überflüssig gewesen. Mehr ist es nicht: kein elektronisches Sperrdifferenzial, kein Doppelkupplungsgetriebe – nur ein ehrlicher, leichter Kompakter mit Frontantrieb.

Fahrgefühl: Drehzahlhunger, Leichtfüssigkeit und ein sicheres Untersteuern

Vielleicht ist er sogar ein bisschen zu ehrlich. Wer sich an Turbomotoren gewöhnt hat, empfindet den ersten Antritt des Swift zunächst als eher unspektakulär. Der Kniff: ein, zwei Gänge weiter zurückschalten, als man es instinktiv erwarten würde. Dieser kleine Motor liefert seine beste Vorstellung oben heraus; erst bei 7,000rpm wartet die rote Linie, und oberhalb von 5,000rpm gibt es einen VTEC-artigen Leistungsschub.

Lässt man den Swift Sport konsequent bis in den roten Bereich laufen, ergibt das Gesamtpaket Sinn. Nein, atemberaubend schnell ist er nicht – aber er ist überaus agil. Selbst wenn man ihn energisch herumwirft, bleibt er stabil, legt sich kaum zur Seite, steht flach und federt sauber. Klar: Wer mit zu viel Tempo in die Kurve sticht, bekommt ein sicherheitsbetontes Untersteuern serviert. Doch die meiste Zeit wirkt er so spritzig, wie es viele Autos der Achtzigerjahre waren: unkompliziert, direkt und stets darauf aus, einen anzustacheln – mehr Kurvengeschwindigkeit mitzunehmen und die Drehzahl hoch zu halten. Manche werden sich nach mehr Leistung sehnen, aber braucht man sie wirklich?

Alltag und Preis: Autobahn-Schongang und die Mini-Cooper-Nähe

Obwohl die Abstimmung straffer ausfällt als beim alten Modell, bleibt der Swift Sport bei entspannter Fahrt komfortabel genug. Dabei hilft auch die zusätzliche Übersetzung. Während der erste bis fünfte Gang extrem eng gestaffelt sind – wie Sardinen in einer überfüllten Pendler-Bahn – ist der sechste ein nüchterner Reisegang. Auf der Autobahn kann der Swift damit unter 3,000rpm vor sich hinlaufen.

Zum Überholen ist das furchtbar. Wir lieben es.

Die einzige Sache, die dem Swift wirklich in die Quere kommen könnte – abgesehen von ein paar billig wirkenden Kunststoffteilen im Innenraum – ist der Preis. Zum Redaktionsschluss konnte Suzuki lediglich ankündigen, der Swift Sport werde „between £13,500 and £15,000“ kosten. Zwar sollen alle UK-Modelle serienmässig mit Einparksensoren, Bluetooth und Leder kommen; landet der Swift jedoch am oberen Ende dieser Spanne, rückt er gefährlich nah an den Mini Cooper heran. Ein Swift Sport für unter £14,000? Das klingt für uns nach einem Schnäppchen nach alter Schule.

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